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Andrologie

Der Begriff „Andrologie“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet wörtlich „Männerkunde“. Dieses Spezialgebiet der Medizin beschäftigt sich unter anderem mit Störungen der Fertilität, der Hormonbildung und der Erektionsfähigkeit sowie mit den Möglichkeiten der männlichen Verhütung.


Neben der medikamentösen Therapie ist die operative Andrologie ein Schwerpunkt unserer Klinik ist.

Mikrochirurgische Refertilisierung

Etwa 30.000 Männer lassen sich pro Jahr in Deutschland sterilisieren. Dabei werden die Samenleiter auf beiden Seiten durchtrennt (Vasektomie) und so der Spermiendurchfluss verhindert. Wenn sich Partner trennen und neue Beziehungen wachsen, entsteht in vielen Partnerschaften ein erneuter Kinderwunsch, verbunden mit der Korrektur der Sterilisierung. Aber auch Entzündungen oder angeborene Fehlbildungen können dazu führen, dass sich Samenleiter verschließen.


Mithilfe des Mikroskops und mikrochirurgischer Operationstechnik kann die Durchtrennung der Samenleiter auch nach abgeschlossener Familienplanung rückgängig gemacht werden (sogenannte Vasovasostomie). Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose, wobei die zuvor freipräparierten Enden mit sehr dünnen Fäden wieder zusammengenäht werden. Es handelt sich in der Regel um einen ambulanten Eingriff, der nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung bezahlt wird.

Die Erektionsstörung - Die Revaskularisierung des Penis

Noch bis vor wenigen Jahren hielt man Erektionsstörungen, im Fachjargon „Erektile Dysfunktion“ (ED) genannt, in erster Linie für psychogene Störungen. Die in der heutigen Gesellschaft offene Diskussion über die Sexualität hat dazu beigetragen, das Problem der Erektionsstörungen zu enttabuisieren. Die verfeinerten diagnostischen Möglichkeiten haben in den vergangenen Jahren gezeigt, dass 50 - 80 Prozent der Impotenz-Fälle organische, insbesondere vaskuläre Ursachen haben.


Wenn die medikamentöse Therapie mit den sogenannten PDE-5-Hemmern (in Tablettenform) oder die Schwellkörper-Autoinjektionstherapie (SKAT-Therapie) mit gefäßerweiternden Substanzen versagt hat, kann in ausgewählten Fällen die Revaskularisierung des Penis nach Hauri durchgeführt werden. Diese sogenannte Hauri-OP wurde nach dem Schweizer Urologen Prof. Dr. Hauri benannt, der die Durchblutung des Penis verbessern konnte, indem ein arterielles Gefäß umgeleitet und eine venöse Anastomose auf dem Penisrücken gebildet wurde.

Der Verlust der Erektionsfähigkeit - Das Schwellkörperimplantat

Wenn das netzförmige, filigrane Schwellkörpergewebe bei einer ausgeprägten Erektionsstörung seine Funktion fast vollständig verloren hat, bleibt als letzte therapeutische Option das Schwellkörperimplantat. Aufgrund des technischen Fortschritts werden heute fast ausschließlich moderne hydraulische Implantate verwendet.


Diese hydraulischen Schwellkörperimplantate bestehen aus zwei Zylindern, einer Pumpe und einem Flüssigkeitsreservoir. Alle Einzelteile des Systems sind miteinander verbunden. Wird die Pumpe, die sich im Skrotalsack befindet, in Funktion gesetzt, füllen sich die beiden Zylinder mit Flüssigkeit aus dem Reservoir, bis sich das Glied versteift hat. Sobald man die Pumpe erneut betätigt, kann die Flüssigkeit wieder zurück in das Reservoir fließen. Dadurch wird der Penis wieder in den erschlafften Zustand zurückversetzt. Die Orgasmus- und Ejakulationsfähigkeit soll durch die Nutzung des Implantats nicht eingeschränkt werden. Starre Implantate aus Silikon werden heute nur noch in Ausnahmefällen implantiert.

Penisverkrümmung - Eine Verhärtung des Bindegewebes

Eine Verkrümmung des Penis kann angeboren (kongenital) oder erworben sein und stellt häufig sowohl ein kosmetisches als auch ein funktionell störendes Problem dar. Bei der erworbenen Form dieser Erkrankung stehen entzündliche Veränderungen der den Schwellkörper umgebenden Hülle im Vordergrund. Infolge einer fortschreitenden bindegewebigen Verhärtung der schwellkörperumfassenden Hüllschicht kann sich der Penis in der Folge verkrümmen. Die Erkrankung, deren Ursache nicht eindeutig geklärt ist, wird auch als Induratio penis plastica (IPP) bezeichnet. Eine solche IPP kann in Schüben verlaufen und äußert sich als eine deutlich tastbare Verhärtung des Penis. Der eregierte Penis verkrümmt sich sehr stark und der Geschlechtsverkehr ist mit Schmerzen verbunden. Im Extremfall wird Geschlechtsverkehr sogar vollständig unmöglich.


In der Therapie der Penisverkrümmung sind medikamentöse Ansätze meist erfolglos. Ein vielversprechender Therapieansatz ist hingegen die ambulante extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT). In mehreren Sitzungen werden die Plaques von außen circa 2.000 Impulsen der Stoßquelle ausgesetzt. Durch Traumatisierung und folgende Entzündungen kann es sowohl zu einer Linderung der Schmerzen als auch zu einer Korrektur der Penisverkrümmung kommen.
Ein operativer Eingriff sollte dann gewählt werden, wenn ein Leidensdruck aufgrund der Schmerzen vorhanden ist, die im verkrümmten Penis beim Geschlechtsverkehr entstehen. Der verkrümmte Penis wird in diesem Fall operativ begradigt, indem eine oder mehrere kleine, keilartige Gewebeexcisionen auf der gegenüberliegenden Seite der Verkrümmung vorgenommen werden. Dieses Verfahren wird als Operation nach Nesbit bezeichnet.


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