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Fußchirurgie

Wie wichtig unsere Füße sind, um uns aktiv am Leben teilhaben zu lassen, wird einem oft erst bewusst, wenn Schmerzen oder Erkrankungen auftreten. Hier sind es vor allem Fehlstellungen (Hallux valgus, Hallux rigidus, Krallenzehen), aber auch der Fersensporn und Arthrosen, die zu einer täglichen Belastung werden und damit die Lebensqualität erheblich einschränken.

 

In der Klinik bieten wir ein breites Spektrum an fußchirurgischen Behandlungen und Operationen an. Neben frischen Brüchen der Füße und des Sprunggelenks behandeln wir Verschleißerkrankungen / Deformitäten der Füße und des Sprunggelenkes.


Viele Beschwerden können konservativ durch Spezialschuhe, Einlagen oder andere Hilfsmittel behandelt werden. Dazu und zu physiotherapeutischen Maßnahmen beraten wir unsere Patienten gemeinsam mit unseren Partnern und stellen die notwendigen Verordnungen aus.


Hat eine konservative Therapie nicht zu einem dauerhaften Erfolg geführt, so besteht nach individueller Diagnostik häufig die Möglichkeit, durch schonende Operationsverfahren mit modernen Implantaten (winkelstabile Titanplatten und Schrauben) eine deutliche Beschwerdelinderung zu erreichen. Häufig können diese Operationen ambulant durchgeführt werden.

Schwerpunkte

Versteifung (Arthrodese) oberes/unteres Sprunggelenk

Die Versteifung eines Gelenkes wird notwendig, wenn ein fortgeschrittener
Verschleiß vorliegt, der verschiedene Ursachen haben kann. Bei der primäre Arthrose entsteht der Verschleiß des Gelenkes ohne äußere Einwirkung. Knochenbrüche (z.B. Fersenbein- oder Sprunggelenkbrüche) können zu einer sekundären Arthrose führen. Weitere Ursachen sind entzündliche Gelenkerkrankungen wie z.B. die rheumatoide Arthritis. Bei einer weit fortgeschrittenen Arthrose mit einem Dauerschmerz, der mit konservativen Therapiemaßnahmen nicht mehr zu behandeln ist, kann die Indikation für den Ersatz durch eine künstliches Gelenk oder einer Versteifung des Gelenkes bestehen.

 

Sowohl das obere als auch das untere Sprunggelenk können in einer Operation mit Schrauben und gegebenenfalls Einlage von Knochen versteift werden. Nach Möglichkeit wird die Versteifung durch eine Gelenkspiegelung unterstützt. Nach Ausheilung der Versteifung besteht in den meisten Fällen eine deutliche Beschwerdelinderung bzw. eine Beschwerdefreiheit. Je nach Ursachen des Verschleißes kann das obere Sprunggelenk auch durch ein künstliches Gelenk ersetzt werden.

Fersensporn/Haglund-Ferse

Ein Fersensporn bildet sich an Sehnenansätzen des Fersenbeines. Ursachen sind kleine Verletzungen (Mikrotraumen) im Sehnenbereich bei einer dauerhaften
Überbelastung. Bei den Reparaturvorgängen entstehen dort Verkalkungen. Häufiger ist der untere Fersensporn im Ansatz des Fußsohlenbandes. Als oberen Fersensporn bezeichnet man Verkalkungen am Ansatz der Achillessehne, die sogenannte Haglund-Ferse.


Meist verursachen diese Verkalkungen keine Beschwerden. Kommt es jedoch aufgrund einer Überbelastung zu einer Entzündung, kann ein chronisches Schmerzsyndrom entstehen, das behandelt werden sollte.

Zunächst sollten konservative Therapiemaßnahmen durchgeführt werden mit Einlagen, Fersenpolsterung und Schmerztherapie. Gute Erfahrungen bestehen mit der Stoßwellentherapie.


Kommt es zu keiner Beschwerdebesserung, kann eine Operation durchgeführt
werden. Bei dieser wird der Fersensporn abgetragen und der Ansatzbereich der Sehne von Schmerzfasern befreit. Außerdem wird die Sehne eingekerbt, um eine Entlastung im Ansatzbereich zu erlangen.

Mittelfußarthrosen

Häufige Ursache für einen vorzeitigen Verschleiß im Bereich der Mittelfußgelenke sind Verletzungen wie Brüche oder Verrenkungen, die zu einer Schädigung des Knorpels und im weiteren Verlauf zu einem vorzeitigen Gelenkverschleiß führen.

Die beim Abrollen und Belasten des Fußes entstehenden Schmerzen sollten 
zunächst konservativ mit Schuheinlagen und Schmerzmedikamenten behandelt werden. Sind die konservativen Möglichkeiten ausgereizt, bleibt die Möglichkeit einer Gelenkversteifung der betroffenen Gelenke.

Hallux valgus (Ballenzehe)

Ein Hallux valgus ist eine Abknickung der Großzehe nach innen. Ursache kann eine Veranlagung, häufig aber auch ein enges Schuhwerk oder hohe Absätze sein. Er tritt zusammen mit einem Spreizfuß, bei entzündlichen Gelenkerkrankungen (Rheuma), nach Unfällen und bei neurologischen Erkrankungen auf. Die Großzehe knickt nach innen, der 1. Mittelfußknochen weicht nach außen, dadurch bildet sich eine schmerzhafte Hornhautschwiele über dem Köpfchen des 1. Mittelfußknochens. Es kann zu einer Rötung und Entzündung der Hornhautschwiele, brennenden Schmerzen, Schmerzen beim Gehen, vor allem in geschlossenem Schuhwerk, kommen.

Führt eine konservative Therapie mit Spezialschienen nicht zu einer Besserung, so kann eine operative Therapie erfolgen. Diese erfolgt je nach Grad der Fehlstellung: Entweder durch eine Knochenumstellung nahe des Großzehengrundgelenkes (Chevron-Osteotomie) oder nahe des Rückfußes (basisnahe Ludloff-Osteotomie oder „open wedge“ Umstellung des 1. Mittelfußknochens.


Bei einer schweren Hallux valgus-Fehlstellung > 40° erfolgt eine zusätzliche Korrektur am Knochen des Großzehengrundgelenkes (Operation nach Akin).


Immer wird auch eine Weichteillösung an der Außenseite der Großzehe durchgeführt.

Hallux rigidus (Arthrose Großzehengrundgelenk)

Beim Hallux rigidus handelt es sich um einen Verschleiß (Arthrose) des Großzehengrundgelenkes durch berufs- oder freizeitbedingte Überbelastung. Einen sekundären Verschleiß können Brüche mit Beteiligung der Gelenkfläche, aber auch andere Erkrankungen, wie z.B. die Osteochondrosis dissecans, Gicht oder Rheuma verursachen.

Der Verschleiß verursacht schmerzhafte Bewegungseinschränkungen des Großzehengrundgelenkes, insbesondere bei der Abrollbewegung. Im Verlauf entsteht eine zunehmende Gelenkeinsteifung, es entsteht ein „Ballen“ auf der Oberseite des Großzehengrundgelenkes. Bei der Untersuchung zeigt sich ein Druckschmerz auf der Oberseite des Gelenkes, starke Schmerzen bei der Aufwärtsbewegung (Dorsalextension).

Mit Hilfe von Röntgenaufnahmen des Fußes in zwei Ebenen mit Belastung wird das Stadium des Verschleißes ermittelt. Stadiengerecht erfolgt die konservative oder operative Therapie. Sie reicht von der Schmerztherapie über eine Einlagen- und Schuhversorgung bis zu den operativen Maßnahmen mit Abtragung von geschädigten Gelenkanteilen bzw. einer Versteifung des Gelenkes.

Zehendeformitäten

Bei einer Hammerzehe und ähnlichen Verformungen (Krallen-, Klauenzehen) handelt es sich um eine Fehlstellung der Zehen mit einer Beugung im Mittelgelenk und einer wechselnden Stellung im Grund- und Endgelenk. Die
Hammerzehen sind oftmals kombiniert mit einer Ballenfehlstellung (Hallux valgus). Häufige Ursachen sind ein Ballenzeh, Veranlagung, rheumatische Erkrankungen, Fehlbelastungen und schlecht sitzende Schuhe.

Durch die Fehlstellung entstehen Schmerzen im Vorfuß mit Druckstellen. Die Zehen werden kürzer und brauchen mehr Platz in der Höhe, dadurch drückt
es besonders an der Schuhdecke. Oft entsteht dort das erste Hühnerauge, es bilden sich schmerzhafte Schwielen an sämtlichen Vorsprüngen und Druckpunkten des Fußes, die Zehen sind in ihrer Form und ihrem Aussehen
stark deformiert, versteift und kaum mehr zu bewegen.

In der Untersuchung zeigt sich eine flexible oder fixierte Fehlstellung und eventuelle zusätzliche Fußdeformitäten. In Abhängigkeit der vorliegenden Fehlbildung erfolgt die konservative oder eine operative Therapie. Flexible Fehlstellungen können mit einer Verlagerung der langen Beugesehne auf die Oberseite der Zehe nach Girdlestone-Taylor behandelt werden. Fixierte Fehlstellungen werden mit einer Versteifung (Arthrodese) des mittleren Zehengelenkes in leichter Beugestellung behandelt, alternativ erfolgt die Teilentfernung (partielle Resektion) des distalen Endes des Grundgliedes der Zehe (Operation nach Hohmann).

Tibialis posterior Syndrom

Die Tibialis-posterior-Sehne strahlt hinter dem Innenknöchel in das Fußgewölbe ein. Sie stabilisiert das Fußgewölbe und verhindert ein Nachinnenknicken des gesamten Fußes. Durch immer wiederkehrende Überbeanspruchung mit kleineren Verletzungen der Sehne kann es zu einem vorzeitigen Verschleiß der Sehne kommen. Hierdurch verliert die Sehne an Kraft und kann Ihre Haltefunktion des Fußgewölbes nicht mehr ausüben. Es entsteht eine Abflachung des Längsgewölbes und eine Fehlstellung des Fußes nach innen. Diese Fehlstellung führt zu Schmerzen im Fuß bis hin zur Gehunfähigkeit.

 

Nach Johnson und Strom wird die Veränderung der Tibialis-posterior-Sehne in 3
Stadien eingeteilt: Das erste Stadium wird konservativ behandelt. Ab dem Stadium zwei werden operative Maßnahmen empfohlen. Als operative Maßnahmen stehen die Knochenverlängerung des Fersenbeines oder die Gelenkversteifungen zur Verfügung, jeweils mit Verstärkung bzw. Verlagerung der Sehne.

Riss der Achillessehne

Die Achillessehne zählt zu den stärksten Sehnen des Körpers. Aufgrund Ihres kleinen Durchmessers ist die Blutversorgung der Sehne gering. Kommt es zusätzlich noch zur Überbeanspruchung mit fortschreitendem Verschleiß (Degeneration der Sehne), kann es bei Bagatelltraumen, z.B. bei einem schnellen
Antritt oder einem leichten Verdrehtrauma des oberen Sprunggelenkes, zu einem Riss der Achillessehne kommen. Der Verletzte verspürt oft einen lauten und heftigen Schlag am Unterschenkel. Anschließend kann er nicht mehr auf den Zehenspitzen stehen und den Fuß abrollen. In der ansonsten kräftigen Sehne
lässt sich eine Lücke tasten.

Gibt es keine Kontraindikationen wie z. B. Durchblutungsstörungen des Beines oder andere schwerwiegende Vorerkrankungen, sollte die Achillessehne operativ versorgt werden. Hierzu stehen zwei verschiedene Techniken zur Verfügung: Die offene Operation (bei älteren Rissen) und eine minimal-invasive Technik (bei frischen Verletzungen).


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