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Gutartige Prostatavergrößerung

Die Prostata hat die Form einer dicken Kastanie mit einer medianen Eindellung und zwei gleich großen Seitenlappen. Die Vorsteherdrüse, so ihr deutscher Namen, trägt maßgeblich zur Spermabildung bei. Wie ein Ring umschließt sie den hinteren Teil der Harnröhre unterhalb der Harnblase. Die gutartige Prostatavergrößerung ist ein häufiges Problem des alternden Mannes. In Deutschland leben zirka zwölf Millionen Männer im Alter von über 50 Jahren. Eine repräsentative Untersuchung dieser Altersgruppe hat gezeigt, dass bei 40,5% der Männer behandlungsbedürftige Beschwerden, bei 26,9% eine eindeutig feststehende Vergrößerung der Prostata und immerhin bei 17,3% eine starke Beeinträchtigung des Blasenauslasses vorhanden war. Symptome wie Prostatavergrößerung und ein deutlich abgeschwächter Harnstrahl haben mit dem zunehmenden Alter zu tun. Etwa 60% der Männer mit mittleren Symptomen und mehr als 90% der Männer mit schweren Symptomen verspüren einen deutlichen Leidensdruck und suchen nach einer Form der Behandlung.


In der Klinik für Urologie des Klinikums Leverkusen sind Sie an der richtigen Adresse:

Die Diagnostik

Männer über 50 sollten aufmerksam werden, wenn der Harnfluss eingeschränkt oder gar nicht mehr möglich ist. Ein gutes Hilfsmittel zur Diagnostik daheim ist der IPSS-Symptomscore-Fragebogen. Ein weiteres Hilfsmittel ist das Miktionsprotokoll, in dem Anzahl und Harnmenge der Toilettengänge registriert werden.

 

Mithilfe der digital-rektalen Untersuchung kann der Urologe Größe, Form und Konsistenz der Prostata näher bestimmen. Im Labor werden unter anderem harnpflichtige Substanzen und das sogenannte Prostataspezifische Antigen (PSA) untersucht. Je nach der Größe der Drüse und dem Grad der Verstopfung der Harnröhre ist der PSA-Wert bei 30 bis 50% der Patienten erhöht.


Zur sogenannten Funktionsdiagnostik zählt die Uroflowmetrie, bei der die Harnmenge pro Zeiteinheit gemessen wird. Eine Kurvengrafik informiert genau über die maximale und die durchschnittliche Harnflussstärke. Auch die Gesamturinmenge wird ermittelt. Am Verlauf der Kurve sieht der Urologe, ob eine Abflussstörung vorhanden ist oder nicht. Der Ultraschall der Blase wird dazu genutzt, die Menge des in der Blase verbliebenen Restharns zu bestimmen. Mit dem transrektalen Ultraschall können Größe und Form der Prostata genauer ermittelt werden. Insgesamt muss der Urologe klären, ob die Beschwerden des Patienten einer gutartigen Prostatavergrößerung (BPH) zuzuordnen sind.

 

Schritt 2 der Diagnostik ermittelt das Ausmaß der Beschwerden und beantwortet die Frage nach dem Handlungsbedarf. Die Symptome werden ihrer Stärke entsprechend in drei Stufen unterteilt.

 

Zum Schluss wird über die beste Form der Behandlung entschieden. Die grundlegende Diagnostik wird in Kooperation mit den niedergelassenen Urologen durchgeführt.

Der IPSS-Fragebogen

Um Symptome, Leidensdruck und Lebensqualität zu messen und zu bewerten, gibt es einen bewährten Fragebogen, den „International Prostate Symptom Score (IPSS)“. Je nach Grad der Beschwerden kann der Patient Punkte vergeben. Bei 0-7 Punkten handelt es sich um eine leichte Urinabflussbehinderung, bei 8-19 Punkten liegt ein mittlerer Fall vor und ab 20 Punkten beginnt die Zone der hochgradigen Erkrankung.


Wenn Sie unsicher sind und Ihre Prostata zuhause einmal überprüfen wollen, können Sie den IPSS-Fragebogen hier kostenlos herunterladen.

Medikamentöse Therapie

Solange eine Operation vermieden werden kann, stehen mehrere Wirkstoffgruppen der medikamentösen Therapie zur Verfügung. Diese Stufe der Behandlung findet in Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Urologen statt. Für leichtere Beschwerden stehen diverse Pflanzenextrakte zur Verfügung. Wenn die Beschwerden mittel oder gar schwer sind, kann der Patient zwischen a1-Rezeptorenblockern wie Terazosin und Alfuzosin und 5a-Reduktasehemmern wie Finasterid und Dutasterid bzw. einer Kombinationstherapie aus beiden Gruppen wählen.

Der "Gold-Standard"

Wenn die gutartige Prostatavergrößerung (BPH) operativ behandelt werden muss, bietet die Klinik für Urologie dem Patienten Verfahren durch die Harnröhre (transurethral) an. Diese Eingriffe werden mithilfe der Videotechnik kontrolliert und geführt (Videoresektion). Die Abtragung oder das „Abhobeln“ des neu entstandenen Prostatagewebes aus der Harnröhre heißt „Resektion“. Da der Eingriff durch die Harnröhre erfolgt, handelt es sich bei diesem „Abhobel-Vorgang“ um eine transurethrale Resektion der Prostata (TUR-P).

 

Die TUR ist das älteste Verfahren der minimalinvasiven Chirurgie. Das dabei zum „Abhobeln“ benutzte Instrument heißt „Resektoskop“ und verfügt über eine Lichtquelle, einen Kanal für die Sicht des Operateurs, eine Flüssigkeitszufuhr und einen Arbeitskanal.


Bei der TUR führt der Operateur das Resektoskop durch die Harnröhre bis zur Prostata und „hobelt“ dort mit dem Hochfrequenzstrom einer Schlingenelektrode schichtweise Gewebe ab, um die durch die Prostatavergrößerung eingeengte Harnröhre wieder zu erweitern. Auftretende Blutungen werden elektrisch verödet. Während des Eingriffs wird permanent eine Spülflüssigkeit über das Resektoskop in die Harnröhre transportiert. Das „abgehobelte“ Gewebe und Blut wird damit aus dem Körper gespült. Die transurethrale Resektion der Prostata (TUR-P) ist ein Standardverfahren zur Beseitigung von Hindernissen für den Harnabfluss durch die Prostata.

Lasertherapie mit dem XPS-Greenlight-Laser

Neben dem urologischen Klassiker TUR-P setzt die Klinik für Urologie als zweites operatives Standardverfahren den XPS-Greenlight-Laser ein. Er erlaubt im Gegensatz zum invasiven „Abhobeln“ einen deutlich blutungsärmeren Eingriff und bietet vor allem Risikopatienten eine Alternative. Im Prinzip macht auch der Greenlight-Laser nichts anderes als die TUR, allerdings viel schonender. Eine Gewebeuntersuchung auf Bösartigkeit ist hierbei jedoch nicht möglich. Eventuell wird vor dem Eingriff noch Gewebe entnommen.


Die Strahlung dieses neuen Lasers wirkt nur sehr oberflächlich und verursacht deshalb kaum Schwellungen oder Ödeme. Der Patient hat nach der Behandlung kaum Beschwerden. Das gewucherte Gewebe verdampft sofort und praktisch unblutig.


Über ein fiberoptisches endoskopisches System, das Zystoskop, wird ein Laserstrahl in das Behandlungsgebiet geleitet, um dort das Gewebe zu verdampfen. Das Laserlicht ist grün und hat eine Wellenlänge von 532 nm. Das Wirkprinzip heißt photoselektive Vaporisation (PVP), weil die Wellenlänge des Lasers unterschiedlich stark absorbiert wird. Dadurch entsteht eine gezielte Erhitzung und Verdampfung von Gewebe.


Das Verfahren wurde von der berühmten Mayo-Klinik (San Jose, Kalifornien) in den USA entwickelt und ist in Deutschland seit 2002 im Einsatz. Geräte der ersten Generation hatten eine Laserleistung von 80 Watt, die zweite Generation schaffte schon 120 Watt und heute erreicht der neue XPS-Laser eine Leistung von 180 Watt. 


Der wesentliche Vorteil der Lasertechnik besteht in dem sehr geringen Blutungsrisiko. Durch die besonderen Koagulationsfähigkeiten der Lasertherapie ist die Behandlung auch bei Gerinnungsstörungen (Marcumar-Patienten) oder bei Therapie mit blutverdünnenden Medikamenten möglich. Da durch die Verwendung einer isotonen Spüllösung die Wahrscheinlichkeit eines TUR-Syndroms deutlich niedriger ist und die postoperative Blutungsgefahr sehr gering ist, bietet sich die Laservaporisation bei kardialen Risikopatienten an. In den ersten sieben Tagen nach dem Eingriff wird eine niedrig dosierte Antibiose empfohlen, um das Infektionsrisiko zu kontrollieren.

Bipolare Resektion

Bei der transurethralen Resektion (TUR, „Abhobeln“) wird ein einpoliger Stromfluss verwendet, bei dem die Energie von der Resektionsschlinge durch das Prostatagewebe zu einer aufgeklebten Elektrode wandert. Damit dies funktioniert, muss eine salzfreie Spüllösung verwendet werden. Dies birgt allerdings die Gefahr eines TUR-Syndroms: Bei der Einschwemmung von großen Mengen an Spüllösung in den Kreislauf kann es zu schwerwiegenden Herz-Kreislauf-Komplikationen kommen.


Als gute Alternative zur einpoligen TUR existiert die Möglichkeit der zweipoligen (bipolaren) Resektion, als Spüllösung kann hierfür physiologische Kochsalzlösung verwendet werden. Die bipolare Resektion einer gutartigen Prostatavergrößerung beruht auf dem Prinzip, dass Stromzufluss und -abfluss über ein Resektoskop erfolgen. Ein Stromfluss durch den Körper findet kaum noch statt. Statt elektrolytfreier wird physiologische Kochsalzlösung als Spülmedium verwendet. Damit wird das TUR-Syndrom vermieden. Durch den Stromfluss entsteht eine Plasmablase um die Resektionssschlinge, die eine gezielte und wirksame Schnittführung bei effizienter Koagulation erlaubt. Der Blutverlust ist geringer.

Die Transurethrale Nadelablation der Prostata (TUNA)

Zunehmend fordern Patienten schonende, alternative Verfahren zur „Hobeloperation" (TUR). Das von der Klinik für Urologie angewandte TUNA-Verfahren (Nadel-Thermotherapie) ist ambulant durchführbar und vermeidet die Risiken der klassischen „Hobeloperation“.

 

Das Prinzip einer TUNA-Behandlung der Prostata besteht darin, dass Prostatagewebe mit feinen, dünnen Nadeln hochselektiv abgetragen wird. Vom Prinzip her ist die TUNA damit dem Laser artverwandt. Das TUNA-Verfahren sollte allerdings nur eingesetzt werden, wenn rein irritative Symptome im Vordergrund stehen und die medikamentöse Therapie versagt. Es sollte kein Restharn vorhanden sein. Der Vorteil der TUNA gegenüber anderen Thermoverfahren ist vor allem die größere Effektivität aufgrund der höheren Temperaturen (bis 110° C) in der Prostata.


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