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Kindertraumatologie/Kinderorthopädie

Viele unserer Patienten sind Kinder und Jugendliche. Wir versorgen Weichteilverletzungen wie Schnitt- und Risswunden, Sehnenverletzungen, Verbrennungen und Verbrühungen. Aber auch Kopfverletzungen wie Prellungen und Gehirnerschütterungen werden durch unsere Ärzte behandelt.

Wenn es zu Verletzungen oder Erkrankungen des Bewegungsapparates kommt, müssen Kinder und Jugendliche anders als Erwachsene behandelt werden, da sich ihr Bewegungsapparat noch im Wachstum befindet.


Viele kindliche Knochenbrüche können konservativ, z.B. durch Ruhigstellung im Gips, behandelt werden. Ist eine schnelle operative Therapie notwendig, um Fehlwachstum und Funktionseinschränkungen zu vermeiden, so wird diese nach den aktuellen Richtlinien mit modernsten Implantaten und nach Aufklärung der Eltern durchgeführt.


Kinder und Patienten bis zum 18. Geburtstag werden stationär in der Klinik für Kinder und Jugendliche aufgenommen und dort von versierten Kinderkrankenpflegekräften und Kinderärzten mitversorgt. So können bei kleineren Kindern Elternteile als Begleitpersonen mit aufgenommen werden. Darüber hinaus stellen in der Kinderanästhesie erfahrene Narkoseärzte, Kinderphysiotherapeuten sowie eine spezielle Kinderintensivstation zur Versorgung schwerverletzter Kinder die optimale Versorgung sicher.

Hüftdysplasie

Bei der Hüftdysplasie handelt es sich um eine angeborene Fehlstellung des Hüftgelenkes und eine Störung der Verknöcherung des Hüftgelenkes. Bei Mädchen kommt die Hüftdysplasie wesentlich häufiger als bei Jungen vor. Als äußere Ursachen gelten eine Beckenendlage, zu wenig Platz in der Gebärmutter,
Fruchtwassermangel und Mehrlingsschwangerschaften. Die Fehlbildung kann in
verschiedene Stadien und Schweregrade eingeteilt werden.


Diagnostiziert wird die Fehlbildung durch die Untersuchung des Säuglings und eine Hüftgelenksonografie, die standardmäßig bei der U2 durchgeführt wird. Bei Risikoschwangerschaft und Mehrlingsgeburten erfolgt eine Ultraschalluntersuchung kurze Zeit nach der Geburt.

 

Wird die Hüftdysplasie nicht behandelt, kommt es zu einem vorzeitigen Verschleiß des Hüftgelenkes (Dysplasiecoxarthrose). Bei schweren Fehlbildungen kann es schon im Säuglingsalter zu einer Ausrenkung des Hüftgelenkes kommen.

 

Die Behandlung der Hüftgelenkdysplasie erfolgt stadienabhängig. In den leichten bis mittleren Stadien kann eine konservative Therapie mit breiten Wickeln, Spreizhose bzw. einem Becken-Bein-Gips durchgeführt werden. Schwerere Fehlbildungen/Luxationen müssen operativ korrigiert werden.

 

Wir führen die Untersuchung und die konservative Behandlung in enger Zusammenarbeit mit der Klinik für Kinder und Jugendliche hier im Hause durch.

Klumpfuß

Unter einem Klumpfuß versteht man eine meist angeborene Fehlbildung des Fußes. Eine seltene Ursache ist der sogenannte neurogene Klumpfuß, der infolge von Nervenerkrankungen ausgebildet wird. Der angeborene Klumpfuß setzt sich aus verschiedenen Fehlstellungen zusammen: Varusfehlstellung des Rückfußes, Sichelfußstellung des Vorfußes, Spitzfußstellung, Spreizfuß und Hohlfuß. Damit ist immer auch eine Verkürzung der Achillessehne verbunden.

 

Als Ursache der Klumpfußbildung gilt eine ungünstige Lage in der Gebärmutter, zu wenig Fruchtwasser und die Einnahme von bestimmten Medikamenten (z.B. Folsäureantagonisten). Die Diagnose wird bei der ersten Untersuchung nach der Geburt gestellt.

 

Die Therapie beginnt möglichst bald nach der Geburt. Zunächst wird mit einer konservativen Gipsbehandlung begonnen. Die bekannteste Behandlung ist die Gipsbehandlung nach Ponseti. Über einem Zeitraum von 6 - 8 Wochen werden wöchentlich korrigierende Gipse angelegt. Zuletzt besteht nur noch die Spitzfußstellung. Diese kann nicht durch eine Gipsbehandlung therapiert werden. Aus diesem Grund steht am Ende jeder konservativen Gipsbehandlung die operative Durchtrennung der Achillessehne. Nach der Durchtrennung der Achillessehne erfolgt eine weitere dreiwöchige Gipsbehandlung. Erst im Anschluss wird für weitere 3 - 5 Jahre eine spezielle Schiene angepasst.

Plattfuß, juveniler Knick-Senk-Fuß

Die Abflachung des Längsgewölbe des Fußes (die Wölbung von der Ferse zum Vorderfußballen) wird als Senkfuß bezeichnet. Typischerweise knickt dabei der Fuß nach innen, es entsteht der Knickfuß. Von hinten betrachtet, sieht man, dass der Übergang vom Wadenmuskel über die Achillessehne zur Ferse nach außen abknickt. Liegt das Längsgewölbe des Fußes komplett am Boden auf, wird dies
als Senkfuß bezeichnet.


Ursache des Senkfußes ist meist eine Schwäche der Fußmuskulatur, die das Fußgewölbe trägt. Bei Kleinkindern ist dies noch normal, sollte sich jedoch im Laufe einiger Jahre verwachsen. Durch zu wenig Trainingsreiz auf die Fußmuskulatur (wenig Bewegung, zu festes Schuhwerk) besteht eine Schwäche der Muskulatur, es entsteht ein Senkfuß. Nur ganz selten liegt eine angeborene Missbildung vor.

 

Liegt die Ursache in der Schwäche der Muskulatur, steht zunächst die konservative Therapie im Vordergrund. Die konservative Therapie umfasst das Barfußlaufen, Fußgymnastik, Krankengymnastik und eine Einlagenversorgung. Hier können spezielle sensomotorische oder propiozeptive Einlagen verordnet werden.

 

Spricht die konservative Therapie nicht an, ist die Operation eine weitere Möglichkeit. Diese sollte aber erst nach Ausschöpfung aller konservativen Therapiemaßnahmen durchgeführt werden und ist in der Regel zwischen dem 10.
und 14. Lebensjahr indiziert.

 

Operativ kommt die sogenannte Talus stop-Operation zum Einsatz. Zwischen Schienbeinrolle und Fersenbein wird eine spezielle Schraube eingesetzt, die den Knickfuß aufhebt und dadurch das Längsgewölbe wiederherstellt. Die Schraube wird für mindestens 6 Monate, besser für 2 Jahre, belassen.

X-Bein /O-Bein (genu valgum/ varum)

Von einer Varus-Stellung spricht man, wenn das Bein am Kniegelenk nach außen abweicht (O-Bein oder Genu varum), von einer Valgus-Stellung, wenn das Bein am Kniegelenk nach innen abweicht (X-Bein oder Genu valgum).

 

Ursachen einer X-Beinstellung sind häufig Knick-Senkfüße. Die Fehlstellung der Füße führt dazu, dass die Beine in eine schiefe Stellung zum Knie gelangen. Der Unterschenkel wird wie ein Hebel schräg zum Knie geführt und beeinträchtigt das normale Wachstum. Im schlimmsten Fall können O- und X-Beine später zu Knie- und Hüftproblemen führen. Weitere Ursachen können Stoffwechselerkrankungen z. B. Rachitis (Vitamin D- Mangel), Kinderlähmung oder eine angeborene Fehlstellung sein.

 

Fußfehlstellungen können mit Einlagen und Krankengymnastik behandelt werden, Stoffwechselerkrankungen mit der entsprechenden Therapie des Grundleidens. Bei angeborenen Fehstellungen bleibt meist nur die operative Therapie.


Zur Anwendung kommt hier die sogenannte temporäre perkutane Epiphysiodese. Je nach Ausmaß der Fehlstellung wird für eine gewisse Zeit das Wachstum in der Wachstumsenfuge durch eine Metallplatte gehemmt, hierdurch kann eine Korrektur der Fehlstellung erreicht werden.

Jugendliche Hüftkopflösung, Epiphysiolysis capitis femoris (ECF)

Bei der jugendliche Hüftkopflösung löst sich das obere Ende des Oberschenkelknochens - die Epiphyse -, die den Gelenkkopf für das Hüftgelenk trägt, vom restlichen Knochen. Sie tritt nur bei Kindern auf, weil bei ihnen der
knorpelige Wachstumsspalt noch aktiv ist. Typisches Erkrankungsalter ist das 10. bis 14. Lebensjahr. Jungen sind 3 mal häufiger betroffen als Mädchen. Die Betroffenen sind typischerweise deutlich übergewichtig.


Als Ursache für die Hüftkopfepiphysenlösung wird eine Hormonstörung angenommen. Durch das vermehrte Wachstum kommt es zu einer Lockerung der durch das rasche Wachstum aktiven Epiphysenfuge. Aufgrund der schrägen Lage der Epiphysenfuge zur Gewichtsbelastung durch den Rumpfbereich kommt es entsprechend zur typischen Verschiebung. In aller Regel handelt es sich um allmähliche Verschiebungen der Epiphyse (Lenta-Form). Sehr selten sind tatsächlich akute Verschiebungen (Acuta-Form). Als dritte Form spricht man noch von akuten Ereignissen bei allmählichen Verschiebungen (acute on chronic). Dies
ist ebenfalls eine seltene Form.


Hüftschmerzen werden häufig in der Leiste empfunden, können aber gerade bei Kindern auch einen Knieschmerz auslösen. Durch die Verschiebung der Epiphyse ensteht sehr häufig ein Gelenkerguss, der zu Schmerzen führt. Bei der Beugung der Hüfte kommt es zu einer vermehrten Außendrehung und Abspreizung des Beines (sog. Drehmann-Zeichen). Auf einem Röntgenbild der Hüfte, insbesondere einer Beckenübersichtsaufnahme, ist die Ablösung des Gelenkkopfes nicht immer gut zu sehen. Wichtig ist daher eine zusätzliche axiale Aufnahme in Lauenstein-Projektion beidseits, auf der die Fehlstellung der Epiphyse gut erkannt werden kann. Bei weiterhin unklaren Fällen sollte eine Kernspintomographie durchgeführt werden. Da es sich nicht um ein lokales Geschehen an einer Hüfte handelt, sondern beide Seiten in gleichem Maße wachsen und die Epiphysen entsprechend dislokationsgefährdet sind, müssen auch stets beide Seiten radiologisch untersucht werden.

 

Um eine spätere Belastbarkeit des betroffenen Gelenkes zu erreichen, ist die operative Fixierung notwendig, bei schweren Fällen muss erst der Hüftkopf reponiert werden. Da die Erkrankung in den meisten Fällen beidseitig auftritt, ist die prophylaktische Verschraubung der anderen, noch gesunden Seite sinnvoll, aber nicht immer notwendig. Dieser Eingriff wird „Epiphyseodese“ genannt, die Wachstumsfuge wird überbrückt und stabilisiert. Die Operation wird je nach Alter des Patienten mit Drähten oder speziellen Schrauben durchgeführt.


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