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Kinderurologie

Erkrankungen und Fehlbildungen im kindlichen Harn-und Geschlechtstrakt sind die Felder der Kinderurologie.

 

Im oberen Harntrakt sind zum Beispiel angeborene Fehlbildungen der Harnleitermündungen gemeint. Dann kann es zu einem Harnrückfluss von der Blase in die Harnleiter und Nieren (vesikoureteraler Reflux) kommen. Oft leiden die jungen Patienten auch an funktionellen Problemen wie dem „Bettnässen“ (Enuresis). In der Harnröhre können angeborene Fehlbildungen der Austrittsmündung (Hypospadie, Epispadie) oder Verengungen auftreten. Die Vorhautverengung des Penis (Phimose) schließlich ist wohl das bekannteste Behandlungsgebiet der Kinderurologie überhaupt.

Das Team der Kinderurologie

Dr. Lang, Dr. Frohmüller, Prof. Dr. Rohrmann

Für die jungen urologischen Patienten sind Prof. Dr. Dorothea Rohrmann, Oberarzt Dr. Konrad Lang und Dr. Mareile Frohmüller feste Ansprechpartner.


Prof. Dr. Rohrmann ist Leiterin des Fachbereichs Kinderurologie im Universitätsklinikum Aachen. Regelmäßig finden gemeinsame kinderurologische Fallkonferenzen mit den Kinderärzten statt.

 

Die räumliche Nähe zur modernen Kinderklinik im Hauptgebäude erlaubt die interdisziplinäre und kontinuierliche Betreuung der kleinen Patienten.

Die Vorhautverengung (Phimose)

Aufgrund einer Verengung lässt sich die Vorhaut gar nicht oder nur unter Schmerzen hinter die Eichel zurückziehen. Wenn die Vorhaut des Jungen erhalten werden soll, ist die Vorhauterweiterungsplastik indiziert. Wenn die Vorhaut nicht erhalten werden soll, wird sie entfernt (Zirkumzision). Beide Eingriffe finden im Zentrum Ambulantes Operieren (Hier bitte ein Link zum ZAO ergänzen) statt.

Der Leistenhoden

Wenn sich der Hoden eines Jungen entweder zeitweise oder dauerhaft außerhalb des Hodensacks befindet, spricht die Kinderurologie von einer Lageanomalie, die generell als Hauptgrund für Fertilitätsstörungen des Mannes gesehen wird. Wenn der Hoden den natürlichen Abstieg nicht vollständig vollzogen hat, handelt es sich um einen Hodenhochstand. Eine Abweichung vom Weg nennt der Kinderurologe Hodenektopie. Operativ kann der fehlgeleitete Hoden im Hodensack fixiert werden.

Der Wasserbruch (Hydrozele)

Bei der natürlichen Wanderung in den Hodensack wird der Hoden von einer fingerförmigen Ausstülpung begleitet (Processus vaginalis). Bei unvollständigem Verschluss ergießt sich serumähnliche Körperflüssigkeit in die Hodenhüllen und kann in seltenen Fällen sogar einen Vorfall des Darms in die Ausstülpung auslösen. Bei der Operation wird der Processus vaginalis abgetragen und am inneren Leistenring dicht verschlossen.

Der Hodenbruch (Varikozele)

Diese krampfadernähnliche Erweiterung der Hodenvene im Samenstrang kann zu Infertilität führen. Die kindliche Varikozele sollte operativ beseitigt werden, wenn sie stark ausgeprägt ist und bereits zu einer Verkleinerung des Hodens geführt hat.

Wiederkehrende Harnwegsinfekte

Bei Harnwegsinfektionen steht zunächst eine kinderurologische Basis-Diagnostik mit genauer Anamnese, körperlicher Untersuchung, Urinprobe, Ultraschall, Miktionsprotokoll sowie einer Harnflussmessung (Uroflowmetrie) mit Aufzeichnung der Beckenbodenaktivität auf dem Programm. Wenn ein vesikoureteraler Reflux (VUR) ausgeschlossen werden soll, setzen die Kinderurologen eine spezielle Art der Röntgendiagnostik ein: das Miktionszystourethrogramm, kurz MCU. Funktionale Störungen der Blasenfunktion können zusätzlich mit Flow-EMG und Urodynamik diagnostiziert werden. Bei Blasenfunktionsstörungen gehören Miktionsprotokolle zur Diagnostik sowie konservative Methoden wie das Biofeedbacktraining zur Standardtherapie der Klinik. Medikamentös kann die instabile Blasenmuskulatur beim kindlichen Urge-Syndrom (Drangproblematik) vor allem mit Anticholinergika behandelt werden. Das Ziel der konservativen Methoden ist es, die antibiotische Behandlung möglichst zu vermeiden.

Das kindliche Einnässen (Enuresis)

Die Harninkontinenz bei Kindern wird in eine Tages- (Enuresis diurna) und eine nächtliche Form (Enuresis nocturna) unterteilt. Außerdem kann das Einnässen genetisch bedingt sein (primäre Enuresis) oder erworben sein (sekundäre Enuresis). Die Diagnostik besteht aus denselben Elementen wie bei wiederkehrenden Harnwegsinfekten (s.o.). In der Behandlung des nächtlichen Einnässens stehen eine psychologische Therapie (Verhaltens- und Problemanalyse, apparative Verhaltenstherapie mit Weckgeräten, Motivationstherapie, Blasenkontrolle) sowie die medikamentöse Therapie zur Wahl.

Der Reflux

Der vesikoureterale Reflux ist ein unphysiologischer Rückfluss von Harn aus der Blase durch die Harnleiter bis in die Nieren. Zur Refluxdiagnostik zählen Urinproben, Urinkulturen, Ultraschall, bildgebende Verfahren, also Miktionszystourethrogramm (MCU), Urosonographie und eventuell die Nierenszintigraphie sowie urodynamische Untersuchungen. In der Therapie bietet das Klinikum sowohl die minimalinvasive, endourologische Refluxunterspritzung als auch die klassischen offenen operativen Formen der Antirefluxplastik an.

Harnröhrenklappen

Auf dem Feld der Endourologie gehören auch Inzisionen von Harnröhrenklappen zum operativen Repertoire des Klinikums Leverkusen.

Hypospadie und Epispadie

In der Harnröhre treten angeborene Fehlbildungen auf, die dazu führen, dass die Harnröhre entweder auf der Unterseite (Hypospadie) oder auf der Oberseite des Penis (Epispadie) austritt. Die Miktion des Jungen wird erschwert, da der Harnstrahl nach oben, unten oder hinten zeigt. Die Fehlmündung der Harnröhre und die begleitende Fehlbildung des Penis werden operativ korrigiert, wobei auch mikrochirurgische Techniken sowie Schleimhauttransplantationen bei dieser Form der rekonstruktiven Chirurgie eingesetzt werden können.

Die Nierenbeckenabgangsenge

Wenn der Übergang vom Nierenbecken zum Harnleiter zu eng ist, staut der Urin im Nierenbecken zurück. Operativ wird dann die zu enge Passage entfernt und der Harnleiter neu in das Nierenbecken eingenäht.


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