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Möglichkeiten der Adipositas-Chirurgie

Haben die Möglichkeiten der konservativen Therapie wie ein verändertes Ernährungsverhalten, regelmäßige Bewegung und Sport nicht den gewünschten Erfolg gebracht, bietet die Adipositas-Chirurgie weitere Therapieoptionen. Mit Erfolg jedoch nur bei einer lebenslangen Mitarbeit des Patienten hinsichtlich Ernährungsumstellung, regelmäßiger Bewegung und gegebenenfalls einer Verhaltenstherapie.


Welche Operation für welchen Patienten in Frage kommt, ist abhängig von vorliegenden Begleiterkrankungen, der möglichen Einschätzung begleitender Therapeuten sowie dem eigenen Erfahrungsgewinn durch wiederholte Aufklärungsgespräche und dem Austausch über die Selbsthilfegruppe bzw. die entsprechenden Internetforen.

Magenballon

Als nicht-chirurgischer Eingriff mit der gewünschten Folge einer reduzierten Nahrungsaufnahme kommt die Einlage eines Magenballons in Frage. Dabei wird ein weicher Silikonballon über eine Magenspiegelung in den Magen gelegt und anschließend mit Kochsalzlösung gefüllt. Dort kann er bis zu 6 Monaten verbleiben.


Diese Methode ist für Patienten über 18 Jahre mit einem BMI von mindestens 30 kg/m² gedacht oder in Einzelfällen für schwerstübergewichtige Patienten zur kurzfristigen Gewichtsreduktion vor der geplanten Operation. Wichtig ist die Bereitschaft, intensiv an einem strukturierten ernährungstherapeutischen Programm teilzunehmen. Es lassen sich hierdurch Gewichtsabnahmen bis zu 20 kg erzielen.

Um durch eine Adipositas-Operation langfristig Gewicht zu verlieren, gibt es grundsätzlich zwei verschiedene Wirkungsmechanismen. Man spricht dabei von restriktiven und malabsorptiven Verfahren sowie der Kombination beider. Alle genannten Operationen können laparoskopisch (minimal-invasiv) durchgeführt werden.


Bei den restriktiven Operationen wie dem Magenband (Gastric Banding) oder Magenschlauch (Sleeve Gastrektomie) wird die Magenpassage eingeschränkt bzw. das Magenvolumen verringert. Dies führt zu einem schnelleren Eintreten eines Sättigungsgefühls und der Unfähigkeit größere Mengen essen zu können. Malabsorptive bzw. kombinierte Operationen wie der Magenbypass reduzieren zusätzlich die Fähigkeit des Verdauungssystems, die zugeführte Nahrung in ihrer ganzen Menge zu verwerten. Kohlenhydrate, Fette, aber auch Nährstoffe werden auf Grund einer funktionellen Verkürzung des Dünndarmes in geringerem Maße vom Körper aufgenommen.

Mageband

Über eine Bauchspiegelung wird ein spezielles Silikonband um den oberen Teil des Magens gelegt, dadurch kommt es zur Bildung eines kleinen Magenreservoirs oberhalb des Bandes. Die Nahrungspassage in den verbliebenen größeren Teil des Magens wird durch das Magenband behindert. Der Durchmesser des Bandes kann individuell über ein unter der Haut liegendes Schlauchsystem (Port) eingestellt werden.


Durch die schnelle Dehnung des kleinen Magenreservoirs oberhalb des Bandes kommt es zu einem deutlich früher einsetzenden Sättigungsgefühl.

Schlauchmagen (Sleeve Gastrektomie)

Zur Bildung des sogenannten Schlauchmagens werden rund 2/3 des Magens entfernt, wobei die Verbindungen zu Speiseröhre und Zwölffingerdarm unverändert erhalten bleiben. Dies hat eine schneller eintretende Sättigung und somit ein deutlich verringertes Hungergefühl zur Folge. Zusätzlich werden hormonelle Effekte diskutiert, da mit dem resezierten Magenanteil der Hauptproduktionsort des appetitstimulierenden Enterohormons Ghrelin wegfällt.
Auch bei dieser Operation ist die Kooperation des Patienten insbesondere in Hinblick auf veränderte Essgewohnheiten von entscheidender Bedeutung für den langfristigen Erfolg.

Magenbypass

Beim Magenbypass wird am Mageneingang ein kleiner Magenanteil abgetrennt (Magenpouch), womit nur noch sehr geringe Nahrungsmengen aufgenommen werden können. Zusätzlich werden 1,50 bis 2,00 Meter des oberen Dünndarmes ausgeschaltet.


Durch die funktionelle Verkürzung des Darmes werden Nahrungsbestandteile wie Kohlenhydrate und Fette, aber auch Spurenelemente und Vitamine in verringerter Form vom Körper aufgenommen. Um Mangelerscheinungen zu vermeiden, müssen beispielsweise ein Leben lang Vitaminpräparate eingenommen werden.

Duodenal Switch

Im ersten Schritt der Duodenal Switch-Operation wird entsprechend einer Sleeve Gastrektomie ein Magenschlauch gebildet. Anschließend erfolgt die Teilung des Dünndarmes an definierten Punkten. Durch Zusammenführung der Verdauungssaft- und Speisebreiführenden Dünndarmschenkel über eine Länge von nur noch ca. 1 Meter ergibt sich eine deutlich verringerte Resorptionsfläche. Die daraus resultierende Mangelverdauung führt zu einer drastischen Übergewichtsreduktion.


Begleitend kommt es hierbei aber auch von allen Methoden am häufigsten zu Durchfällen und Mangelsyndromen (Vitamine, Spurenelemente, Mineralstoffe).


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